Ein kleiner Blick in die Braugeschichte
oder wie man Bier kühl hält
     
Ein Sommer ohne eine kühle Maß im Biergarten?

Eine schreckliche Vorstellung auf das kühle, erfrischend prickelende Naß verzichten zu müssen! Noch vor hundert Jahren mussten die Bierbrauer schon im eisigen Winter schwer arbeiten, um auch im Sommer gutes, frisches Bier kredenzen zu können. In dieser Zeit hielten sie ihre Bierkeller mit natürlichem Eis bis zum Sommer kühl. Das Eis lwurde aus Seen, Flüssen und Bächen gehackt und in die Keller gebracht. Eine weitere Möglichkeit war das züchten von monströs anmutenden Eiszapfen an "Eisgalgen".

Nur harte und kalte Winter brachten genügend Eis, um die Biervorräte lange genug lagern zu können. Deshalb konnten die Brauer erst dann beruhigt ins kommende Jahr sehen, wenn die Keller randvoll mit Eis gefüllt waren.

So sagt denn auch ein altes Sprichwort: "Mit Eis stopf Deine Keller voll, wenn dir dein Bier gelingen soll!" Eine gute Lagerung des Biers ist nur bei einer Temperatur zwischen sieben und acht Grad möglich. So blieb der Eiskeller unerläßlich, um im Sommer dann auf einen genügend großen Vorrat blicken zu können und die Kunden mit dem kühlen Naß erfreuen zu können. Auch zum Brauen ist eine gewisse stabile "kühle Temperatur" unbedingt erforderlich. Dies führte dazu, das man oft nur während der Wintermonate brauen konnte.

Erst mit der Erfindung der "künstlichen Kälte" ging die Angst seine Arbeit vertan zu haben und seinen Vorrat verdorben vorzufinden dem Ende entgegen. Vorher hatten sich einige der Brauer sogar eigene Teichflächen und Bachläufe zugekauft, um von dort mit Spezialsägen riesige Eisflächen erhalten zu können, die dann mit Pferd und Wagen oder in nicht zu langen Fußmärschen in die Höhlen verbracht werden konnten.

Einige Brauer bauten sich die bereits erwähnten Eisgalgen, die sie über Wasserleitungen betrieben, sobald die entsprechende Kälte eingesetzt hatte. Diese Galgen waren Holzgerüste auf die Balken gelegt wurden. Über die Zuleitung von Wasser wurde so eine Art "Eiszapfen"-Gewächshaus angelegt, welches dann solange bewässert wurde bis die Eiszapfen nicht selten eine Länge von 3 Metern erreicht hatten. Diese wurden von den Stämmen abgehackt und fielen dann durch eine Luke direkt in den entsprechenden Kühlraum des Brauers